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Mittwoch, 3. August 2011

Superspeicher - der Diesel

Eine kleine Exkursion, gibt es nicht bereits einen Superspeicher für Strom? Gehen wir mal in die Garage, dort steht ein Auto, sagen wir ein Mittelklassewagen mit Dieselantrieb. Auf der Straße kann dieses Auto mühelos 700 km mit einer Tankfüllung zurücklegen. Der Motor ist mit einem Generator verbunden, der hat im Auto den schönen Namen “Lichtmaschine”. Damit wird natürlich kein Licht, sondern Strom produziert.
Aktuell wird oft diskutiert, ob es nicht sinnvoll wäre, die Batterien von Elektroautos für das Stromnetz als Speicherreserve zu nutzen. Was spricht eigentlich dagegen, normale Autos als Generatoren an das Stromnetz zu hängen. Damit in Zeiten geringer Produktion aus den erneuerbarer Quellen, Flaute bei Windkraftwerken, in der Nacht und im Winter bei Solarkraftwerken, schnell einige Gigawatt Strom zusätzlich zu generiert werden? 
Abschätzung
Daher eine einfache Abschätzung, der Tank im Auto hat 50 Liter Diesel, das ist eine Energiemenge von 500 kWh Wärmeenergie. Bei einem Wirkungsgrad von etwa 40% können damit 200 kWh Strom erzeugt werden. Ein Durchschnittsbewohner in Deutschland benötigt, wie bereits beschrieben, etwa 900 Watt Strom um seinen Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Unser vollgetanktes Dieselauto kann somit zehn Tage lang ausreichend Strom erzeugen. (Mehr zu Energieeinheiten)
Es wird sofort klar, dass die Energiemenge im Autotank einen signifikanten Beitrag in Phasen von Stromknappheit liefern kann. Allerdings muss man dabei mehrere Dinge bedenken. Zuerst müssten die Autos einen Stromanschluss bekommen, der es erlaubt, geeigneten Wechselstrom an das Netz zu liefern. Hier hilft allerdings die Solartechnik, diese nutzt genau solche Wechselrichter um den Solarstrom ins Netz einzuspeisen, damit sollten solche Wechselrichter günstig zu bauen sein. Weiterhin sollte das Auto natürlich im Leerlauf laufen und das Abgas darf keine Innenräume verpesten. Weiterhin bedarf es einer geeigneten Elektronik, die den Motor ferngesteuert anschaltet und in der optimalen Drehzahl für den Wirkungsgrad betreibt. Auch dieses sollte keine unüberwindbare Hürde sein.
Erstaunlich viel Leistung verfügbar
Wieviel Energie kann mit solch einem Konzept bereitgestellt werden? Im Durchschnitt haben die Fahrzeuge 50kW Leistung, das ergäbe, bei 18 Millionen Dieselfahrzeugen, 900 GW, das ist das zehnfache des deutschen Kraftwerksparks! Wenn man davon ausgeht, dass nur jeder zehnte Fahrer bereit wäre an diesem Konzept teilzunehmen und die Lichtmaschine nur 10 kW elektrische Leistung pro Auto liefert, könnte man damit 18 GW Strom erzeugen. Das entspricht 18 Kernkraftwerken, die ja in absehbarer Zeit alle abgeschaltet werden. Um es gleich klarzustellen, es geht hier nicht darum, dauerhaft den Strom aus den PKW Motoren zu erzeugen, sondern nur zu Zeiten von Spitzenlast.
Betrachtet man die Sache ökonomisch, so liegt der Strompreis aus Diesel bei einem Dieselpreis von 1,50 €/l bei 0,37 €/kWh. Allerdings sollte der Gesetzgeber so fair sein und die Mineralölsteuer in Höhe von 0,50 €/l in diesem Fall nicht erheben, da ja die Straße nicht abgenutzt wird, das würde den Strompreis auf 0,25 €/kWh senken. Dieser Wert erscheint immer noch hoch, ist aber in Spitzenzeiten an der Strombörse durchaus üblich, und nur für diesen Fall ist der Einsatz von Dieselmotoren aus dem Kfz-Bestand gedacht.
Resumé
In der Summe erscheint es so, dass das Konzept nicht wirklich überzeugend ist, aber es führt vor Augen, wieviel Energie in unseren Autos gespeichert ist (10 Tage Stromversorgung) und welch enorme Leistung (das zehnfache des Kraftwerkparks) aus den Automotoren abgerufen werden kann. Dabei wurden nur Dieselpersonenwagen betrachtet, nimmt man alle Autos und LKWs hinzu, verdreifacht sich diese Zahl nochmals.

Eine ähnliche Idee ist das Schwarmkraftwerk von der Firma Lichtblick als "Zuhausekraftwerk" angeboten.
Unternehmen, die gespeicherte Energie verkaufen.

Kommentare:

  1. This post is very nice that given technical information about dynamo....
    Wechselrichter

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  2. Interessanter Ansatz, allerdings ist die Wirkungsgradannahme von 40% meiner Meinung nach deutlich zu hoch gegriffen.
    Diese erreicht ein Dieselmotor zwar unter optimalen Bedingungen. Beim Leerlauf und nur Anteiben der Lichtmaschine dürfte man jedoch weitaus geringere Werte erreichen.

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  3. Hallo,

    und zwar haben wir vor geraumer Zeit einen W-SQ 12 MOBIL Generator 1.500/1.800 U./Min. der Firma WhisperPower erworben.

    Wir suchen nun nach einer Möglichkeit die erzeugte Energie bzw. die Energie, welche erzeugt werden könnte (12KW) zu speichern bzw. zu verwalten.

    Beispielsweise werden 24 Stunden/d jeweils 10KW benötigt!?
    - Was für ein "Speicher" müsste es also geben, um 10KW über einen Zeitraum von stündlich - 24h/d bzw. mehrere Tage nacheinander zu gebrauchen? Würde soetwas mit einem Druckluftspeicher funktionieren!?
    (benötigt wird Wechselstrom mit 100-240V Geräten)

    - Ist der Generator eigenständig in der Lage zu "Puffern", sollte der Speicher zur Neige gehen!?

    ....braucht ein Druckluftspeicher weitere Komponenten (Energien) um zu funktionieren!?

    ...oder haben Sie ggf. einen Lösungsvorschlag???

    Bereits jetzt ein Dankeschön für Ihre Hilfe.

    MfG
    Franz Eberitsch


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    1. Kontaktieren Sie mich per Mail unter: Heindl @ gmail.com

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