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Mittwoch, 17. April 2024

Prof. Dr. Jens Seiffert-Brockmann

Zusammenfassung des Gesprächs zu den Themen Vertrauen, Medien und Kernenergie:

In diesem Gespräch erörtert Professor Dr. Jens Seiffert-Brockmann, ein Experte im Bereich Kommunikation, wie Medien dazu beitragen können, ein Gefühl der Nähe zu bestimmten Themen herzustellen. Er verwendet das Beispiel der Atomenergie, um zu veranschaulichen, wie tiefgehend und langanhaltend die mediale Darstellung die öffentliche Wahrnehmung von Risiken beeinflussen kann. Seiffert-Brockmann hebt hervor, dass viele Menschen nicht erkennen, dass höhere Strahlenbelastungen in der Luftfahrt ein vergleichbares Risiko darstellen können, weil dieses Wissen nicht medial hervorgehoben wird.


Gespräch zwischen Jens Seiffert-Brockmann und Eduard Heindl

Er spricht über seine akademische Laufbahn und wie er durch Zufall auf das Thema Vertrauen gestoßen ist, während er bei Günther Bentele promovierte. Seine Dissertation beschäftigte sich mit Vertrauen aus der Perspektive der Mediengesellschaft, angeregt durch politische Entscheidungen und deren Revisionen, wie sie nach dem Atomunfall in Fukushima zu beobachten waren.

Seiffert-Brockmann diskutiert auch die evolutionäre Psychologie des Vertrauens und seine Auswirkungen auf Energiepolitik und Energiewirtschaft. Er betont die Unterscheidung zwischen verschiedenen Arten von Vertrauen: persönliches Vertrauen und Vertrauen in abstrakte Konstrukte wie Medien oder Technologie. Laut dem deutschen Soziologen Niklas Luhmann ist Vertrauen eine Entscheidung, die man unter Risiko trifft, was sich sowohl auf individueller als auch gesellschaftlicher Ebene manifestiert. Der Professor spricht auch über die Rolle der Medien in der Vertrauensbildung und wie Vertrauen und Glaubwürdigkeit eng miteinander verbunden sind. Er schließt mit der Erörterung, wie Medien historisch Informationen verbreitet haben, von Flugblättern bis hin zu modernen digitalen Plattformen.

Vertrauen in der Mediengesellschaft

Im Gespräch analysiert Professor Dr. Jens Seiffert-Brockmann den Einfluss von Medien auf die Gesellschaft und betont, wie technologische Entwicklungen die Art und Weise, wie wir Informationen aufnehmen und Vertrauen bilden, verändert haben. Er verweist auf historische Beispiele, beginnend mit der Buchdruckerkunst, die Martin Luther nutzte, um die Kirche herauszufordern und die Reformation anzustoßen. Dieses Beispiel illustriert, wie Medien gesellschaftliche und kirchliche Autoritäten infrage stellen können.

Seiffert-Brockmann führt weiter aus, dass nachfolgende Medienevolutionen, wie das Radio und später das Fernsehen, die direkte Kommunikation mit dem Publikum ermöglichten und so die öffentliche Meinung beeinflussten. Insbesondere hebt er hervor, dass das Radio in den 1920er Jahren eine neue Nähe und Direktheit in die Wohnzimmer brachte, was den Einfluss der Sender verstärkte.

Er erörtert auch die heutigen Herausforderungen im Journalismus und Medien, insbesondere im Hinblick auf das Vertrauen und die kritische Funktion der Medien. Dabei betont er, dass in der modernen digitalen Ära durch das Internet und soziale Medien eine beispiellose Informationsvielfalt herrscht. Dies führt zu einer Bestätigungsneigung (confirmation bias), wo Nutzer dazu tendieren, Informationen zu suchen und zu konsumieren, die ihre bestehenden Ansichten bestätigen.

Zusätzlich spricht Seiffert-Brockmann über die Rolle der Unternehmen in der Medienlandschaft. Früher waren Medien stark von Unternehmenswerbung abhängig, während heute Unternehmen ihre eigenen Medienkanäle über soziale Netzwerke und das Internet steuern, was die traditionelle Beziehung zwischen Medien und Werbung verändert hat.

Zusammenfassend thematisiert das Gespräch die Entwicklung der Medien und deren Einfluss auf das gesellschaftliche Vertrauen sowie die Herausforderungen, die sich aus der modernen Medienlandschaft und dem digitalen Wandel ergeben.

Medien und Unternehmen

In der Diskussion thematisiert Professor Dr. Jens Seifert Brockmann die Verantwortung und Einflüsse der Medien sowie die Rolle von Unternehmen und Politik in der medialen Berichterstattung. Er beleuchtet, wie die Medientechnologien und die Art der Berichterstattung das gesellschaftliche Verständnis und die Wahrnehmung prägen können. Besonders betont er die Verantwortung der Medien, die öffentliche Meinung informiert und ausgewogen zu halten, um eine fundierte Demokratie zu unterstützen.

Seifert Brockmann diskutiert weiterhin die Herausforderungen im Journalismus, die durch wirtschaftlichen Druck entstehen, und wie dieser Druck Medienhäuser beeinflusst, Inhalte zu produzieren, die nicht unbedingt die tieferen, weniger "marktattraktiven" Themen behandeln. Er argumentiert, dass die öffentlich-rechtlichen Medien durch ihre Finanzierungsmodelle eine wichtige Rolle spielen, indem sie Themen aufgreifen, die in rein marktorientierten Medien weniger Beachtung finden könnten.

Fake News

Der Professor hebt auch die Problematik der sogenannten "Fake News" hervor. Er erklärt, dass das Phänomen nicht neu ist und historisch gesehen immer genutzt wurde, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Er stellt fest, dass in der modernen Medienlandschaft oft eine falsche Ausgewogenheit hergestellt wird, indem kontroverse Meinungen gleichgewichtet dargestellt werden, selbst wenn sie wissenschaftlich nicht haltbar sind. Dies kann zu einer verzerrten öffentlichen Wahrnehmung führen und trägt zu einer Polarisierung der Gesellschaft bei.

Abschließend spricht Brockmann über die strategische Kommunikation von Unternehmen und politischen Akteuren. Er diskutiert, wie diese Gruppen Medien nutzen können, um ihre Interessen zu fördern, oft auf Kosten einer objektiven und unparteiischen Berichterstattung. Dies umfasst auch die Manipulation von Informationen, um den Diskurs in eine bestimmte Richtung zu lenken oder Zweifel an wissenschaftlichen Erkenntnissen zu säen, wie beispielsweise in den Debatten um den Klimawandel und die Kernenergie. Er betont die Notwendigkeit einer kritischen und informierten Medienlandschaft, die fähig ist, solche Einflüsse zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken.

Vertrauen in politische Maßnahmen

Im umfangreichen Diskurs erläutert Professor Dr. Jens Seiffert-Brockmann, wie unterschiedliche Faktoren das Vertrauen der Bevölkerung in politische Maßnahmen und Technologien, insbesondere in Bezug auf Kernenergie und die COVID-19-Pandemie, beeinflussen. Er beleuchtet, wie historische, kulturelle und soziale Faktoren zusammen mit Medieneinflüssen die öffentliche Meinung und individuelle Überzeugungen prägen.

In Bezug auf die Pandemie zeigt er auf, wie unterschiedliches institutionelles Vertrauen in verschiedenen Ländern zu verschiedenen Ansätzen in der Pandemiebekämpfung führte. Länder wie Schweden vertrauten darauf, dass ihre Bürger den Empfehlungen folgen würden, während in anderen Ländern strengere Maßnahmen ergriffen wurden.

Bezüglich der Kernenergie diskutiert er, wie in Deutschland einst breite Unterstützung vorhanden war, die sich jedoch im Laufe der Zeit durch verschiedene Einflüsse, insbesondere durch Umweltbewegungen und Medienberichte über nukleare Unfälle, gewandelt hat. Ereignisse wie Tschernobyl und Fukushima führten zu einem starken Umschwung in der öffentlichen Meinung gegen die Kernenergie.

Seiffert-Brockmann betont auch, wie die mediale Darstellung und politische Rhetorik das öffentliche Verständnis und das Vertrauen in Themen wie Kernenergie und Klimawandel beeinflussen. Er spricht von "Framing", also wie Medien und Politiker bestimmte Themen darstellen und dadurch die öffentliche Meinung formen.

Einfluss kleiner Gruppen

Abschließend reflektiert er über die Dynamik der Demokratie und wie kleine politische Gruppen großen Einfluss auf die Politik ausüben können. Dies wirft Fragen nach der Repräsentation und dem Einbezug der breiten Bevölkerung in politische Entscheidungen auf. Die Diskussion unterstreicht die Bedeutung einer transparenten und inklusiven Kommunikation in der Politik, um das Vertrauen der Bürger zu gewinnen und zu bewahren.

In der ausführlichen Diskussion analysiert Professor Dr. Jens Seiffert-Brockmann die vielschichtigen Herausforderungen der Kommunikation in Politik und Medien und wie diese das Vertrauen und die Meinungen der Öffentlichkeit beeinflussen. Er hebt hervor, dass nicht nur die Qualität der Kommunikation, sondern auch die Substanz der politischen oder wissenschaftlichen Botschaften entscheidend ist, um die öffentliche Meinung zu formen und Vertrauen zu gewinnen.

Abstrakte Gefahren

Professor Seiffert-Brockmann betont die Komplexität der Themen wie Kernenergie und Klimawandel und wie diese durch Medien und politische Rahmenbedingungen (Framing) vermittelt werden. Er diskutiert, wie abstrakte Gefahren, wie die Strahlung von Kernkraft oder das Virus bei COVID-19, schwieriger zu kommunizieren und zu verstehen sind, da sie nicht direkt wahrnehmbar sind. Dies führt dazu, dass die Medien und politische Akteure eine besondere Rolle bei der Gestaltung der öffentlichen Wahrnehmung dieser Themen spielen.

Weiterhin spricht er über die Dynamik der Energiewende in Deutschland und die Herausforderungen der politischen Kommunikation, die notwendig ist, um komplexe Themen wie die Umstellung von Energiequellen verständlich zu machen. Die Diskussion zeigt auf, wie politische Entscheidungen oft durch die Brille verschiedener Interessen und Überzeugungen gesehen werden, was zu unterschiedlichen Reaktionen in der Bevölkerung führt.

Zusammengefasst liefert das Gespräch einen tiefen Einblick in die Interaktion zwischen Medien, Politik und Öffentlichkeit und betont die Notwendigkeit einer klaren, verständlichen und ehrlichen Kommunikation, um in komplexen politischen und wissenschaftlichen Debatten erfolgreich zu sein.

(Das Gespräch wurde von Eduard Heindl unter Zuhilfenahme von KI zusammengefasst.)

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