Weitere Blogs von Eduard Heindl

Innovationsblog neue Ideen | Some Science my research | Energiespeicher Bedeutung und Zukunft | Energy Age the big picture (engl.)
Posts mit dem Label Atomausstieg werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Atomausstieg werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 13. Oktober 2025

Prof. Dr. André Thess: Der Energiegipfel – Ausweg aus dem Klimakampf

 

Prof. Dr. André Thess: Der Energiegipfel – Ausweg aus dem Klimakampf

Stellen Sie sich vor, Sie stehen an einem Scheideweg: Eine Wende, die Freiheit verspricht, führt stattdessen zu Zwängen. So beschreibt Prof. Dr. André Thess, Physiker und Professor für Energiespeicherung an der Universität Stuttgart, die deutsche Energiewende. Geboren 1964 in Sankt Petersburg, geprägt von Studien in Dresden, Lyon und Princeton sowie Gastprofessuren in Stanford, Nagoya und Shenyang, analysiert er in seinem Buch „Der Energiegipfel: Ausweg aus dem Klimakampf“ 70 Jahre Energiepolitik. Thess plädiert für weniger Staat, mehr Markt – und lädt uns ein, selbst zu prüfen: Welche Entscheidungen haben uns wirklich vorangebracht? Ist die Energiewende ein Vorbild oder eine Falle?

Das vollständige Gespräch finden Sie auf YouTube:


Die Wende der Freiheit: Von der DDR zur Energiezwang

Erinnern Sie sich an Momente, die Ihr Leben veränderten? Für Thess war die Wende 1989 als 25-Jähriger in Dresden ein Triumph: „Die Wende in der DDR habe ich als 25-jähriger junger DDR-Bürger erlebt und ich denke heute noch mit Begeisterung und mit Freude daran zurück.“ Sie öffnete Türen zur Welt, ohne Zwang. Im Kontrast: Die Energiewende, seit den 1980ern geplant, koppelt Innovation an Verbote. Warum zwingt sie uns zu Wärmepumpen oder E-Autos, während der Übergang zum Smartphone freiwillig war? Thess warnt: Politische Planwirtschaft spaltet die Gesellschaft. Könnte mehr Freiheit – statt Subventionen – echte Fortschritte bringen?

Historische Eingriffe: Kohlepfennig versus Gasgeschäfte

Welche Lektionen ziehen Sie aus der Vergangenheit? Thess bewertet acht Maßnahmen an Kriterien wie Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Umwelt. Der Kohlepfennig der 1960er/70er, ein Zuschuss zur teuren deutschen Kohle, war Konsens – doch teuer und umweltschädlich. „Der Kohlepfennig aufgebürdet hat, mit dem man die deutsche Steinkohleförderung unterstützt hat.“ Positiv fielen die Gasröhren-Geschäfte mit der Sowjetunion unter Brandt und Schmidt: Trotz Kalter Krieg sicherten sie bezahlbares Gas, diversifiziert und umweltfreundlicher als Kohle. Aber: Politische Risiken wie Nord Stream? Thess trennt Ökonomie von Ideologie. Fordert der Markt nicht genau diese Balance, die der Staat oft verfehlt?

Atomausstieg: Emotion oder Enteignung?

Was treibt Politiker zu impulsiven Schritten? Der Atomausstieg 2011, nach Fukushima, kostete 100-200 Milliarden: Ein „spontaner übers Wochenende entschiedener Atomausstieg“. Thess sieht Enteignung und Zerstörung von Potenzial – schlimmer als der Kohleausstieg. Die Ethikkommission? Vereinnahmt: „Sie haben grundlegende Prinzipien der wissenschaftlichen Politikberatung nicht beachtet.“ Wissenschaftler sollten Ergebnisse nicht vorwegnehmen. Ist das der Preis für Panik? Oder ein Signal: Der Staat zerstört, was er nicht versteht?

Weniger Staat, mehr Markt: Die Billion-Euro-Rechnung

Wer soll entscheiden: Beamte oder Unternehmer? Thess’ Kernbotschaft: Der Staat beschränke sich auf Kernaufgaben wie Verteidigung und Justiz – nicht Energie. Acht Maßnahmen kosteten eine Billion Euro, die Bildung, Verteidigung oder Infrastruktur (wie die Dresdner Carolabrücke) retten könnte. „Der Staat hätte ungefähr eine Billion Euro gespart, wenn er auf die acht Maßnahmen verzichtet hätte.“ Sozialstaat und Bürokratie hemmen Gründer: In Deutschland fließt Risikokapital scheu, im Gegensatz zu Großbritannien. Warum? Attraktivität von Leistungen über Risiko. Könnte ein „Schlankheitskür“ den Unternehmergeist wecken – und Innovationen wie Thorium-Reaktoren freisetzen?

Technologie-Spirit: Mondlandung als Vorbild

Fasziniert Sie Technik noch? Thess’ Biografie – von Mondlandung bis Kernphysik – zeigt: Erfolge entstehen durch Abschluss, nicht Dauerförderung. Nach Apollo entließ die NASA Tausende; viele gründeten Silicon Valley. „Nach dem Abschluss dieser Mondlandung wurden tausende, wirklich tausende NASA entlassen.“ Ähnlich: Abschließt man Projekte wie Brüter-Reaktoren klar, motiviert das Neues. Automobil-Entlassungen? Marktzwang schafft Jobs; Staatszwang zerstört. Welche Technologien – SMRs, Fusionsreaktoren – blühen, wenn der Staat zurücktritt?

KI als Spiegel: ChatGPTs Urteil zur Energiewende

Trauen Sie Maschinen Neutralität zu? Thess testete ChatGPT: Trotz grüner Bias (es wählt Rot-Grün) kritisiert es viele Maßnahmen – Versorgung unsicher, Energie teuer, Umwelt leiden. „Die deutsche Energie und Klimapolitik [...] ein Misserfolg war.“ Ein robustes Echo seiner Analyse. Ist KI ein neutraler Richter – oder nur Spiegel unserer Vorurteile? Thess’ Buch ruft: Überwinden Sie Spaltungen durch Markt und Freiheit.

Sie finden alle Videos unter https://energiespeicher.blogspot.com/p/energiegesprache-mit-eduard-heindl.html

Stichworte: Energiewende, Staatseingriffe, Marktwirtschaft, Atomausstieg, Risikokapital

Samstag, 2. August 2025

Wilfried Hahn

 

Gespräch mit Wilfried Hahn

Das vollständige Gespräch mit Wilfried Hahn auf YouTube:


Prof. Dr. Eduard Heindl spricht mit Wilfried Hahn, einem erfolgreichen Unternehmer und ehemaligen Leiter des Handwerkzeugherstellers Wiha, über die Herausforderungen der Energieversorgung in der Industrie, die Bedeutung stabiler Energiequellen und die vielversprechende Zukunft von Thorium-basierten Molten-Salt-Reaktoren. Hahn, der inzwischen im Aufsichtsrat von Copenhagen Atomics tätig ist, teilt seine Einblicke aus seiner unternehmerischen Erfahrung und seinem Engagement für innovative Energielösungen.

Energieversorgung in der Industrie: Herausforderungen und Kosten

Wilfried Hahn betont, wie essenziell eine zuverlässige und kostengünstige Energieversorgung für die Industrie ist. Sein Unternehmen Wiha, ein weltweit führender Hersteller von Handwerkzeugen, betreibt energieintensive Prozesse wie Härtereien und Spritzgussanlagen. Diese Prozesse erfordern stabile Strom- und Gasquellen. In Deutschland sind die Energiekosten in den letzten Jahren stark gestiegen, was die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt, insbesondere im Vergleich zu Ländern wie Polen oder Vietnam, wo Energiekosten deutlich niedriger sind. Hahn hebt hervor, dass die Energiekrise und die Abhängigkeit von Gas die Produktionskosten erheblich erhöht haben. Eine Unterbrechung der Stromversorgung wäre für ein Unternehmen wie Wiha katastrophal, da Produktion und Kommunikation vollständig zum Erliegen kämen.

Globale Standorte und Energiepolitik

Wiha betreibt Produktionsstätten nicht nur in Deutschland, sondern auch in Polen und Vietnam. Hahn erklärt, dass die Energieversorgung in Vietnam zwar verbessert wurde, aber immer noch nicht die Stabilität westlicher Länder erreicht. Dennoch ist Vietnam ein attraktiver Standort, da viele Unternehmen aufgrund steigender Löhne in China dorthin ausweichen. In Deutschland hingegen ist die Versorgungssicherheit derzeit noch hoch, doch die hohen Energiepreise belasten die Industrie. Hahn betont, dass eine stabile Energiepolitik entscheidend ist, um im globalen Wettbewerb mit Ländern wie den USA oder China konkurrenzfähig zu bleiben, wo Energie oft günstiger verfügbar ist.

Der Atomausstieg in Deutschland: Eine kritische Betrachtung

Hahn kritisiert den deutschen Atomausstieg, der nach dem Fukushima-Unfall 2011 beschleunigt wurde. Er sieht darin eine Entscheidung, die unter gesellschaftlichem und medialem Druck gefällt wurde, obwohl Deutschland über einige der sichersten Kernkraftwerke der Welt verfügte. Die Abschaltung dieser Kraftwerke ohne adäquaten Ersatz durch erneuerbare Energien oder andere zuverlässEnergieversorgung, Industrie, Thorium-Reaktoren, Atomausstieg, Copenhagen Atomicsige Quellen gefährdet laut Hahn die langfristige Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands als Industriestandort. Er plädiert dafür, die verbleibenden Kernkraftwerke wieder in Betrieb zu nehmen, da sie eine sichere und effiziente Energiequelle darstellen.

Thorium-Reaktoren: Eine nachhaltige Zukunft?

Ein zentrales Thema des Gesprächs ist Hahns Engagement bei Copenhagen Atomics, einem Unternehmen, das Molten-Salt-Reaktoren mit Thorium entwickelt. Diese Technologie, die in den 1960er Jahren in den USA erforscht, aber aus politischen Gründen eingestellt wurde, bietet mehrere Vorteile: Thorium ist 500-mal häufiger als spaltbares Uran, die Reaktoren produzieren kein Plutonium (was die Gefahr der Waffenproduktion reduziert), und sie können sogar langlebigen Atommüll verbrennen. Hahn erklärt, dass die Reaktoren kompakt (Container-Größe), in Serie produzierbar und kostengünstig sind. Copenhagen Atomics zielt darauf ab, Strom zu weniger als zwei Cent pro Kilowattstunde zu liefern, was die Technologie wirtschaftlich attraktiv macht. Zudem sind die Reaktoren sicherer, da sie unter Normaldruck arbeiten und im Notfall die Reaktion automatisch stoppt.

Anwendungen und Visionen für Thorium-Reaktoren

Die Reaktoren von Copenhagen Atomics könnten vielseitig eingesetzt werden, etwa zur Wasserstoff- und Ammoniakproduktion, als Ersatz für Kohlekraftwerke oder sogar zur Energieversorgung von Schiffen. Hahn betont die Dezentralität dieser Technologie, die unabhängig von großen Stromnetzen funktioniert und damit geopolitische Abhängigkeiten reduziert. Ein weiterer Vorteil ist die Lösung des Endlagerproblems: Die Spaltprodukte der Thorium-Reaktoren haben eine deutlich kürzere Halbwertszeit (10–300 Jahre) im Vergleich zu herkömmlichen Reaktoren, wodurch das Problem langlebiger radioaktiver Abfälle minimiert wird.

Persönliches Engagement und Ausblick

Neben seiner unternehmerischen Karriere ist Hahn auch sportlich aktiv, etwa als Basketballer und Trainer. Sein Interesse an Technik und Wissenschaft treibt sein Engagement für die Kernenergie und den Klimaschutz an. Er plädiert für eine offene, wissenschaftsbasierte Diskussion über Energielösungen, die frei von Ideologien ist. Für die Zukunft sieht Hahn eine Energiewelt, die auf einem Mix aus Solar, Wind und Kernenergie basiert, wobei die Kernenergie eine stabile Grundversorgung bietet. Er betont die Notwendigkeit besserer Bildung, um die nächste Generation auf die Herausforderungen der Energiewende vorzubereiten.

Sie finden alle Videos unter https://energiespeicher.blogspot.com/p/energiegesprache-mit-eduard-heindl.html

Wichtige Stichworte: 

Samstag, 12. Oktober 2024

Andi Fichtner im Energiegespräch

 Andi Fichtner im Energiegespräch

 Hintergrund und Motivation

Der Gesprächspartner, Andreas Fichtner, ist ein ausgewiesener Experte für Nukleartechnologie und Radiochemie, der sich stark für den Erhalt der Kernkraft einsetzt. Er begann seine Karriere an der Universität Karlsruhe und arbeitete intensiv im Bereich der nuklearen Entsorgung und Geochemie. Das Gespräch behandelt seinen Werdegang, seine Ansichten zur Kernkraft und deren Rolle in der Energiepolitik.

Das vollständige Energiegespräch mit Andreas Fichtner auf YouTube.

Radiochemie und ihre Anwendungen

Fichtner erklärt die Grundlagen der Radiochemie, die häufig missverstanden wird. Radiochemie ist nicht nur auf Atomkerne fokussiert, sondern umfasst auch Anwendungen in der Medizin, insbesondere bei der Krebsbehandlung und Diagnose. Außerdem spielt die Radiochemie eine wichtige Rolle bei der sicheren Entsorgung nuklearer Abfälle.

Politische Ansichten und Atomkraft in Deutschland

Fichtner ist ein starker Verfechter der Kernenergie, insbesondere angesichts der deutschen Energiepolitik. Er kritisiert die Entscheidung Deutschlands, aus der Kernenergie auszusteigen, und beschreibt dies als einen politisch motivierten Schritt, der gegen die Meinung vieler Experten und Bürger getroffen wurde. Besonders im Kontext der Energiekrise nach dem russischen Überfall auf die Ukraine, argumentiert Fichtner, wäre eine Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken sinnvoll gewesen.

Internationale Perspektiven: Atomkraft und Klimaneutralität

Während Deutschland sich von der Kernkraft abwendet, setzen viele andere Länder wie Frankreich, die USA, Japan und Finnland auf den Ausbau der Kernenergie. Fichtner betont, dass die Atomkraft eine wichtige Rolle im globalen Kampf gegen den Klimawandel spielt, da sie eine CO2-neutrale Energiequelle darstellt, die zuverlässige Grundlastenergie liefern kann. In Ländern wie Kalifornien wurde die Entscheidung getroffen, stillgelegte Kernkraftwerke zu reaktivieren, um den steigenden Energiebedarf zu decken.

Kernenergie und öffentlicher Aktivismus

Andreas Fichtner beschreibt seine Aktivitäten als Kernenergie-Befürworter, darunter eine spektakuläre Aktion, bei der er auf einen Strommast kletterte, um die Sprengung eines Kühlturms eines stillgelegten Kernkraftwerks zu verzögern. Er sieht in der Zerstörung dieser Infrastrukturen einen symbolischen Akt, der keine technische oder sicherheitstechnische Notwendigkeit hat.

Der Mythos der nuklearen Entsorgung

Ein wesentlicher Kritikpunkt, den Fichtner anspricht, ist die verbreitete Angst vor nuklearen Abfällen. Er erklärt, dass die Entsorgung von hochradioaktiven Materialien technisch machbar und sicher ist, und verweist auf erfolgreiche Beispiele aus Finnland und den USA. Die Gefahren werden seiner Meinung nach in der öffentlichen Wahrnehmung stark übertrieben, insbesondere im Vergleich zu den Gesundheitsrisiken anderer Energiequellen wie Kohle.

Schlussfolgerungen: Der Weg nach vorn für die Kernenergie

Fichtner sieht die Zukunft der Kernenergie positiv, insbesondere auf internationaler Ebene. In Deutschland jedoch kämpft er weiterhin gegen den politischen Widerstand und den symbolischen Akt der Zerstörung von Kernkraftwerken an. Seiner Meinung nach könnte Deutschland von einer offenen Debatte über die Rolle der Kernenergie profitieren, insbesondere im Hinblick auf die Erreichung von Klimazielen.

Liste aller Gespräche:

https://energiespeicher.blogspot.com/p/energiegesprache-mit-eduard-heindl.html